Ein Jahr Nordamerika  mit dem eigenen Expeditionsmobil - auch abseits der üblichen Touristenpfade durch Kanada und die USA

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USA: Virginia / Washington D.C.

(© CPL – 08. Juli 2010)


Von West Virginia folgen wir der I-64 und erreichen Lexington (nein, wir sind nicht etwa zurĂĽckgefahren,
sondern in Virginia gibt es auch ein Lexington!). Die Altstadt ist ganz hĂĽbsch, interessant sind
aber auch die Gebäude des „Virginia Military Institute“ (erstaunlicherweise kann man trotz 11.
September problemlos mit dem Auto durch die Anlage fahren) sowie die der Washington und Lee
Universität. Hier ist vor allem „Lee Chapel“, der Begräbnisort von Robert E. Lee
(Oberbefehlshaber der Armee der Konföderierten Staaten während des Bürgerkriegs), ein Anziehungspunkt
fĂĽr Touristen. Im Innenraum darf leider nicht fotografiert werden.





Es ist sehr heiĂź, so dass die anschlieĂźende Fahrt auf dem Blue Ridge Parkway eine gute Entscheidung
ist. Hier „oben“ sind die Temperaturen deutlich angenehmer. Die bewaldete Landschaft unterscheidet
sich von den bisher gesehenen Wäldern, hauptsächlich Laubbäume sind zu sehen. Diese Gegend müsste
im „Indian Summer“ toll aussehen! Im Shenandoah Nationalpark ist auf dem Campground
erstaunlicherweise noch viel Platz, die Stellplätze sind recht großzügig, so dass wir für die
nächsten Tage hier bleiben und Teile des „Skyline Drive“ abfahren, außerdem räumen wir schon
einmal ein wenig im MAN um.





Immer weiter geht es auf der I-64, wir erreichen Richmond. Da wir an einem Sonntag hier sind, ist
es kein Problem, eine kleine Stadtrundfahrt mit dem GroĂźen Wagen zu unternehmen. Auf der
„Monument Avenue“ sieht man neben zahlreichen Denkmälern (u.a. General Lee, Jefferson Davis,
Präsident der Konföderierten Staaten) vor allem recht prunkvolle alte Villen.




Rund um Williamsburg liegen fĂĽr die USA historisch bedeutsame Orte, Jamestown und Yorktown. Die
Orte erreicht man über den „Colonial Parkway“. Im Gebiet um Jamestown, Williamsburg und Yorktown
begann im 17. Jahrhunderts die Besiedlung durch die Briten, die dieses Gebiet zur Kolonie
Virginia erklärten. In Yorktown fand 1781 die entscheidende Schlacht im Unabhängigkeitskrieg
zwischen Amerikanern und Briten statt. Die Amerikaner unter George Washington, unterstĂĽtzt von
den Franzosen Marquis de Lafayette und de Rochambeau, besiegten die Briten unter Lord Cornwallis.
Im Visitor Center kann man sich einen gut gemachten Film hierzu anschauen. Da es sehr heiĂź ist,
sind wir froh darüber, die wichtigsten Austragungsorte der Schlacht auf einer „self-guided
Battlefield Driving Tour“ abfahren zu können. Ach wie schön, dass es im Fahrerhaus eine Klimaanlage
gibt! Sehenswert ist auĂźerdem die DrehbrĂĽcke am Rand von Yorktown.






Auf dem Weg nach Norfolk finden wir in Hampton einen kleinen, preiswerten und hervorragenden
kommunalen Campground mit Wasser und Strom (den können wir angesichts der Hitze sehr gut zum
Betreiben unserer mittlerweile zwei Ventilatoren brauchen), blitzsauberen sanitären Anlagen: der
Gosnold’s Hope Park. Aber wie schon einmal gesagt, es gibt auch immer eine Schattenseite. Hier
sind es wieder einmal die winzig-kleinen BeiĂźfliegen, die extrem unangenehm sind. In Norfolk am
nächsten Tag dann eine Überraschung: entgegen unseren bisherigen Erfahrungen gestaltet sich das
Parken fĂĽr uns als ausgesprochen problematisch. Die SehenswĂĽrdigkeiten haben keinen eigenen
Parkplatz bzw. Parkhäuser, in die kein RV hineinpasst. So müssen Besichtigungen immer mit Blick
auf die Uhr (Ist die Parkuhr schon abgelaufen?) erfolgen. Im Nauticus Museum interessiert uns
vor allem das Schlachtschiff USS Wisconsin aus dem Zweiten Weltkrieg, das bis nach dem ersten
Irak-Krieg in Dienst stand.




Das Virginia Air & Space Museum in Hampton ist nicht ganz so interessant wie das Pima
Air & Space Museum in Tucson (siehe Reisebericht Arizona 2), aber durchaus besuchenswert.
Vor allem die Kapsel der Apollo 12 ist sehenswert.




Am nächsten Tag ist es stark bewölkt, damit ein wenig kühler. Eine „Naval Base Cruise“ durch die
Chesapeake Bay zur „Norfolk Naval Base” ist ein schöner Halbtagesausflug. Wieder einmal sind wir
darüber erstaunt, wie nah man hier in Amerika an Installationen der größten Militärmacht der Welt,
hier die Atlantikflotte, herankommt. Zwei riesige atomgetriebene Flugzeugträger, zwei ebenfalls
riesige Landungsmutterschiffe der US Marines, zahlreiche Zerstörer und Kreuzer und, und, und
liegen im Hafen.




Auf dem Weg über die I-64 / 295 nach Washington fahren wir dann noch einmal über den „Colonial
Parkway“, um uns auch noch Jamestown anzuschauen. 1607 gingen die ersten Briten hier an Land und
grĂĽndeten ihre erste Siedlung. Viel zu sehen ist nicht, aber es ist nun mal der Ort, an dem die
britische Besiedlung/Kolonialisierung begann.




Bei Quantico verlassen wir die Interstate, um im Prince William Forest Park (empfehlenswert!) zu
übernachten. Zunächst dürfen wir die Zufahrtstraße allerdings nicht befahren, da sich in
unmittelbarer Nähe ein „National Cemetery“ befindet und eine Beerdigung stattfindet. Die
Wartezeit überbrücken wir durch einen Besuch im nahegelegenen „National Museum of the Marine
Corps“ – das Gebäude ist architektonisch sehr eindrucksvoll. Mindestens ebenso beeindruckend sind
allerdings die teilweise sehr realistischen Ausstellungen im Innern. Sie zeigen Episoden aus
allen Kriegen, an denen die US Marines beteiligt waren.





Die nächsten Tage verbringen wir dann auf dem Greenbelt NP Campground in Washington. Die
Temperaturen sind kurzzeitig etwas erträglicher, steigen aber leider bald auch wieder. Die
Fahrten in die Innenstadt unternehmen wir mit der Metro. Wir besuchen Frau Kinney, die uns vor
einem Jahr beim Abholen des GroĂźen Wagens unterstĂĽtzt hat (siehe Bericht Abholen des GroĂźen Wagens
und die erste Woche). Frau Kinney unternimmt freundlicherweise eine Stadtrundfahrt mit uns.
Auch an dieser Stelle noch einmal vielen Dank! Ein längerer Stopp auf dem Arlington National
Cemetery. Hier sind die Kennedy-Gräber, das Robert E. Lee Memorial sowie das Grabmal des
unbekannten Soldaten (mit Wachablösung) Touristenmagnete. Beeindruckend auch die „National Cathedral“
und die Kongressbibliothek. Ein Blick auf das WeiĂźe Haus muss natĂĽrlich auch sein.









Es ist der Vortag des 4. Juli, in der Stadt ist schon sehr viel Betrieb. Morgen am
Unabhängigkeitstag wird es in der Stadt proppenvoll werden. Diesen Trubel und diese
Menschenmassen wollen wir uns nun doch nicht antun, so dass wir den Tag auf dem Campground
verbringen – schön ruhig und nahezu alleine, da alle in der Stadt sind. Am nächsten Tag geht
es dann noch einmal los. Wir starten ganz früh morgens und haben Glück. Wir können ohne
Wartezeit an einer Führung durch das „Capitol“ teilnehmen.








Anschließend geht es einmal „The Mall“ rauf und runter. Entlang der „Mall“ liegen die
wichtigsten SehenswĂĽrdigkeiten der Innenstadt, auĂźerdem zahlreiche Museen, die
erstaunlicherweise alle keinen Eintritt kosten! Am Beginn der „Mall“ direkt beim „Capitol“
das „Memorial“ zum „Civil War“ mit einer Statue von General Grant. Am Ende der „Mall“ liegt
das bombastische „Lincoln Memorial“.





Es wird immer heiĂźer, so dass ein Museumsbesuch die Gelegenheit zu einer AbkĂĽhlung gibt. Wir
schauen uns auch hier das Air & Space Museum an, allerdings gezielt nur einige Bereiche, da wir
ja schon zwei ähnliche Museen hierzu besucht haben. Aber das Original Fluggerät der Gebr. Wright
sowie die Spirit of St. Louis (das Flugzeug von Charles Lindbergh, mit dem der erste
Nonstop-Flug ĂĽber den Atlantik unternommen wurde) wollen wir unbedingt gesehen haben. AuĂźerdem
gibt es hier neben einer Apollokapsel sowohl eine Mercury- als auch eine Gemini-Kapsel.



Das Washington Monument steht sozusagen im Zentrum der „Mall“. Man kann auf eine Aussichtsplattform
hinauffahren. Aber hier ist die Schlange viel zu lang, auĂźerdem mĂĽsste man die Wartezeit in der
prallen Sonne verbringen. Am Ende der „Mall“ befinden sich zahlreiche „Memorials“: eins für den
Ersten, eins fĂĽr den Zweiten Weltkrieg, eins fĂĽr den Koreakrieg, ein weiteres fĂĽr den
Vietnamkrieg, und offensichtlich gibt es auch noch Platz fĂĽr weitere (?).





Es gäbe natürlich noch viel, viel mehr zu sehen, aber es ist mittlerweile wieder extrem heiß, so
dass wir auf weitere Besichtigungen verzichten. AuĂźerdem mĂĽssen wir den GroĂźen Wagen fĂĽr die
Rückverschiffung vorbereiten – eine Plackerei bei der weiter steigenden Hitze. Aber es muss ja
erledigt werden, da die RĂĽckreise unmittelbar bevorsteht. Die letzte Nacht hier in den USA
verbringen wir dann auf dem privaten Campground Capitol KOA – sehr teuer, aber wir wollen so nah
wie möglich an Baltimore heran.



Bei der Abwicklung fĂĽr die RĂĽckverschiffung ist uns netterweise wieder Frau Kinney
behilflich – alles klappt ohne größere Probleme. Am frühen Mittag sind wir am Flughafen. Hier
verbringen wir den Tag in angenehm kühlen Räumen, bevor es mit British Airways über London nach
Hause geht. Und während wir diese Zeilen schreiben und auf unsere Abreise warten, kommen eine Etage
tiefer die Helden, für die vielleicht einmal das nächste „Memorial“ auf der „Mall“ errichtet werden
wird, aus ihrem Einsatz in Afghanistan und dem Irak zurĂĽck und werden mit groĂźem Jubel empfangen.




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