Ein Jahr Nordamerika  mit dem eigenen Expeditionsmobil - auch abseits der üblichen Touristenpfade durch Kanada und die USA

Anmelden

(FĂĽr den privaten Bereich)
Benutzername:
Passwort:
Eingeloggt bleiben     

[Passwort vergessen?]

Counter
User Total: 14
Online Members: 0
Online Guests: 1
Besucher Statistik
5 Heute
52 Woche
161 Monat
2134 Jahr
159034 Gesamt

Rekord: 203 (20.07.2016)

zurĂĽck zur Ăśbersichtstabelle

USA: Utah (Teil 3)

(© CPL – 12. Juni 2010)

Das Schneetreiben, das uns bei der Abfahrt vom Red Canyon der Flaming Gorge ereilte, hat
Gottseidank schnell wieder aufgehört, es ist nur noch stark bewölkt. Auch in Vernal, der ersten
größeren Stadt, die wir im Anschluss an die Flaming Gorge erreichen, gibt es keinen Fotoladen. Es
ist kaum zu glauben. Aber der Leiter der Chamber of Commerce bietet an, dass wir ein Objektiv an
diese Adresse schicken lassen können. Also schnell eine Internetverbindung gesucht und bestellt.
Da es schon Nachmittag ist, wird das Objektiv allerdings nicht am nächsten, sondern „erst“ am
übernächsten Tag eintreffen. Wir haben keine Lust, diese Zeit auf dem recht gut gefüllten KOA in
Vernal zu verbringen, sondern entschlieĂźen uns, noch einmal in den Westteil des nicht weit entfernten
Dinosaur National Monument zu fahren. Dieses hatte uns bei unserem Besuch im Herbst sehr gut
gefallen (siehe Reisebericht Utah Teil 1 und Colorado).

Eine gute Entscheidung! Bereits auf der Fahrt zum Campground im hinteren Teil des Monuments sehen
wir zahlreiche blĂĽhende Pflanzen und entgegen unserer Erwartung ist auch nur wenig Betrieb. Wir
belegen einen schönen Platz direkt am Green River.



Am nächsten Tag hat sich die Wetterlage deutlich verbessert. Wir wandern einen Teil des „Sound of
Silence Trail“, von dem wir im Herbst schon total begeistert waren. Jetzt ist die Wanderung sogar
noch lohnender, da es richtig grĂĽn ist und es viele tolle Blumen zu sehen und fotografieren
gibt – von Wüste keine Spur! Außerdem sind jetzt auch die Eidechsen wieder aktiv.






Da es uns hier so gut gefällt, bleiben wir länger als beabsichtigt. Aber natürlich geht es
zwischendurch nach Vernal. Gottseidank – das bestellte Objektiv ist eingetroffen! Außerdem nutzen
wir die Gelegenheit, mal wieder Wäsche zu waschen. Bei der guten Wetterlage (sehr warm, etwas Wind)
haben wir keine Probleme, die Wäsche auch ohne Trocknereinsatz trocken zu kriegen.



Eine weitere Wanderung führt uns in den anderen Bereich des „Sound of Silence Trail“, wiederum mit
vielen schönen Blumen. Außerdem gibt es in der Nähe eine Präriehund-Kolonie. Die Tiere sind
allerdings sehr scheu, bei der kleinsten Bewegung sind sie sofort verschwunden. Da es keine richtige
Haltemöglichkeit für den MAN (außer direkt auf der Straße) gibt, kann dieser auch nicht als „Hide“
benutzt werden, deshalb leider nur Aufnahmen aus größerer Ferne.



Die Tage im Dinosaur National Monument haben uns sehr gut gefallen, aber nun geht es weiter. Ein
kleines, weitgehend unbekanntes Nebenziel südlich von Vernal ist angesagt – der Fantasy Canyon.
Eine kleine Broschüre des BLM hilft bei der Anfahrt, die durch eine an sich recht öde Landschaft
mit viel Schwerlastverkehr (Erdölförderung!) führt. Man erwartet eigentlich nichts Interessantes.
Aber auch hier entlang der Straße viele blühende Pflanzen, außerdem viele Präriehunde. Anhalten ist
allerdings aufgrund der großen Trucks quasi unmöglich. Wir erreichen den Fantasy Canyon am frühen
Nachmittag und laufen eine erste Runde durch das Gebiet – toll! Aber besseres Licht wäre gut für
die Fotos. Also soll es am frĂĽhen Abend noch einmal losgehen. Da wir auf BLM-Land sind, ist das
Übernachten kein Problem. Zunächst sieht es aber so aus, als ob daraus nichts würde. Es ist extrem
heiĂź, ein Sandsturm setzt ein. Trotz der Hitze mĂĽssen wir alle Fenster, Klappen, Dachluken schlieĂźen,
da bereits alles versandet. An Fotografieren ist so natĂĽrlich ĂĽberhaupt nicht zu denken! Aber wir
haben Glück, gegen Abend lässt der Wind deutlich nach, hört später sogar nahezu auf, es kühlt
schnell ab. So kann es noch einmal losgehen. Vielen der bizarren Felsformationen hat man Namen
gegeben. Schaut doch selbst einmal, ob ihr die folgenden erkennt: Camel, Alien Head, Boxing Bear,
Flying Witch with Cape, Yawning Lady.








Auch der Sonnenaufgang am nächsten Morgen bietet noch einmal Gelegenheit zu einem Rundgang.




Und da wir anschlieĂźend eine andere Strecke als auf dem Hinweg weiterfahren, ergeben sich jetzt
auch Gelegenheiten anzuhalten. Neben einem fotogenen Badland, den vielen Blumen sehen wir
zahlreiche Pronghorns, besonders angetan haben es uns aber die Präriehunde. Nicht weit vom
Fantasy Canyon entfernt dann noch einmal ein kleines Gebiet mit ähnlich bizarren Formationen.








In Richtung Price soll es nun gehen. Für unsere Fahrt wählen wir wiederum einen sogenannten
„Scenic Byway“, den Nine-Mile-Canyon (dieser ist allerdings nicht neun, sondern um die 40 Meilen
lang!). Die Landschaft ist zunächst eher langweilig, wird aber im späteren Verlauf interessanter.
Sogar Felszeichnungen sind zu entdecken.




Price wird als Versorgungsstation genutzt, dann geht es weiter. Und – wie sollte es anders sein –
wir haben uns wieder eine Nebenstrecke ausgesucht. Kurz vor Castle Dale verlassen wir die UT 10
und biegen ab auf den Green River Cutoff / Buckhorn Draw – recht gut befahrbare „gravel roads“,
die wir nach 13 Meilen bei der Ausschilderung „The Wedge“ (zunächst) wieder verlassen. Dieser
Abstecher führt zu Aussichtspunkten über „Utah’s Little Grand Canyon“, der Blick erinnert tatsächlich
stark an den „echten“ Grand Canyon. Aber eins unterscheidet ihn dann doch sehr stark, es ist so
gut wie kein Betrieb und freies Campen ist an ausgewiesenen Plätzen direkt am Rande des Canyons
ausdrücklich erlaubt. Und obwohl es ein langes Wochenende ist, sind tatsächlich noch Plätze frei!






Jedes Paradies hat auch seine Schattenseiten. Hier sind es widerlich kleine „no-see flies“, die
beiĂźen. Selbst Einreiben mit Insektenmitteln hilft nicht wirklich, es sei denn, man nimmt die
absolute chemische Keule. Und selbst dann finden diese Biester einen Weg in die Kleidung hinein,
kriechen in die Haare (juckende „Beulenpest“ auf dem Kopf ist die Folge!) – und diese Viecher
werden uns jetzt bei den weiteren Zielen immer wieder heimsuchen. Nach „The Wedge“ folgen wir
zunächst dem Buckhorn Draw weiter; wo es am „Buckhorn Cattleguard“ und am „Buckhorn Wash Pictograph
Panel“ Felszeichnungen zu sehen gibt.





Der letzte Teil der Strecke bis zur I-70 – die Cottonwood Wash Road – führt durch eine offene
Landschaft mit vielen schön geformten Felsen und wieder einmal vielen schönen Blumen.

Auf der gesamten Strecke ist das Ăśbernachten kein Problem, da es sich um BLM-Land handelt.





An der I-70 angekommen folgen wir auf der anderen Seite einer weiteren Piste (BLM-Land!) Richtung
Temple Mountain/Goblin Valley. Die Piste ist deutlich schlechter als die bisherige und dĂĽrfte bei
oder nach Regen auch für Allradfahrzeuge nicht mehr fahrbar sein. Entlang der Strecke – auch wenn
es schon wiederholt gesagt wurde – viele, viele Blumen! Übrigens – wir können natürlich hier nur
einen ganz kleinen Teil der vielfältigen Flora zeigen. Deshalb schaut doch einmal in unsere
Diashow „Die Wüste blüht 2“; dort findet ihr weitere Blumen aus diesen Gebieten.




Einige Meilen, bevor die Goblin Valley Road erreicht wird, biegen wir ab auf die „Behind the Reef
Road“ und folgen dieser bis zum „Trailhead“ zum Crack Canyon. Eindrucksvoll in diesem Canyon sind
vor allem die mit vielen „Löchern“ versehenen Felswände sowie eine längere tunnelähnliche Passage.







Da wir nun schon einmal in der Gegend sind, wollen wir auch das Goblin Valley ein zweites Mal
besuchen (siehe Reisebericht Utah 2). Direkt an unserem Ăśbernachtungsplatz vorher viele Eidechsen!
Da wir frĂĽhmorgens in den State Park starten, sind wir auch ganz alleine. Auf der Weiterfahrt
erwartet uns ein Blumenmeer.








Die Gegend um Moab wird für die nächsten Tage unser „Zuhause“ sein. Auch hier gegenüber
dem Herbstbesuch eine durch die vielen Blumen völlig veränderte Landschaft! In Moab findet
gerade ein Rodeo statt. Ein Umzug durch die Stadt lockt natĂĽrlich viele Besucher an.





Wie in der ganzen letzten Zeit ist es sehr, teilweise extrem warm, so dass wir für einige Nächte
in die La Sal Berge ausweichen (auch um dem Trubel des Rodeos zu entgehen!). Hier in gut 2.500 m
Höhe mit fantastischer Aussicht auf Canyonlands (und vielen schönen Blumen) lässt es sich bei
knapp unter 30 Grad ganz gut aushalten. Vor allem kühlt es nachts ab – und hier oben
gibt es keine BeiĂźviecher!!!






Trotzdem lassen wir uns nicht davon abhalten, noch einmal runter ins Castle Valley und zu den
Fisher Towers zu fahren (siehe Reisebericht Utah 1 und Colorado). Auch hier durch die vielen Blumen
gegenĂĽber dem Herbst ein ganz anderes Bild.

Bei Sonnenuntergang leuchten die Fisher Towers fĂĽr einen kurzen Moment (aber es sind wirklich
nur einige wenige Minuten) leuchtend rot auf.






Aber nach einigen Tagen haben wir wirklich genug von der Hitze in Kombination mit den BeiĂźviechern.
Wir verlassen Utah und machen uns auf den Weg in höhere Regionen – die Rocky
Mountains sind unser Ziel.

Auf unserer neueren Seite findet Ihr einen weiteren Bericht zu dieser Gegend:
Utah 1

nach oben
zurĂĽck zur Ăśbersichtstabelle