Ein Jahr Nordamerika  mit dem eigenen Expeditionsmobil - auch abseits der üblichen Touristenpfade durch Kanada und die USA

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USA: Washington

(© CPL – 27. Mai 2010)


Über die Columbiabrücke geht es bei gutem Wetter nach Washington. Unzählige Enten sind in
Ufernähe zu beobachten. Die Landschaft im weiteren Verlauf erinnert uns etwas an Skandinavien.
Leider sind noch alle National Forest Campgrounds geschlossen, Wege in den National Forest hinein
zum freien Ăśbernachten gibt es nicht, so dass wir bis in den Olympic Nationalpark an den Kalaloch
Beach fahren mĂĽssen.





Der Olympic Nationalpark besteht aus drei völlig verschiedenen Teilen: Küste, Wald und Berge. Da
ist zum einen die KĂĽste. Es gibt fast 65 Meilen absolut wilder KĂĽstenlinie. Und so ist auch die
weitere Fahrt entlang der Küste sehr schön. An den Stränden liegen Unmengen Treibholz herum,
vorgelagert sind FelstĂĽrme. Wie ĂĽberall entlang der PazifikkĂĽste immer wieder Tsunami-Warnschilder
sowie Hinweise auf Evakuierungsrouten.




Ein weiterer Bereich des Nationalparks sind Regenwälder. Für deren Entstehung verantwortlich sind
milde Winter, kühle Sommer und hohe Niederschläge. Wir steuern im Anschluss an den ersten
Küstenbereich zunächst den Hoh Rain Forest an – der Regenwald hier ist wirklich beeindruckend.
Ein kahles Fleckchen ist nicht zu entdecken. Alles ist bewachsen bzw. regelrecht ĂĽberwuchert,
selbst die Telefonzelle. Schnecken wie z.B. die „Banana Slug“ fühlen sich hier ausgesprochen wohl.
Der Regenwald wird dominiert von Sitka-Fichten, es finden sich auch viele Ahornbäume (Maple Leaf).
Der Big Spruce Tree ist mit über 270 Fuß Höhe eine der höchsten Sitkafichten in Amerika. Zum
Größenvergleich achtet auf die Person unten rechts im Bild!








Ăśbernachten ist hier in diesem Gebiet kein Problem; es gibt zahlreiche
kostenlose „primitive campsites“.



Nach dem Besuch im Regenwald bringt uns die 101mit Abstecher 110 wieder an die KĂĽste. Vom Rialto
Beach aus geht es per pedes entlang eines Strandes, der übersät ist mit Treibholz, zu
beeindruckenden Felsformationen, wie das Hole in the Wall. Die GezeitentĂĽmpel hier sind ganz
nett, beeindrucken uns allerdings nicht ganz so wie die in Oregon (siehe Reisebericht Oregon).







Nun wollen wir natürlich auch noch den nordwestlichsten Zipfel der „lower 48 states“ erreichen.
Über Clallam Bay führt uns unser Weg nach Neah Bay. Über der „Strait of Juan de Fuca“ absolvieren
mehrere Flugzeuge der Boeing Werke anscheinend ihre TestflĂĽge, wir sehen u.a. eine 787 recht nah.



Der nordwestlichste Zipfel der „lower 48 states“ liegt in einem Indianerreservat, und so müssen
wir zunächst ein „permit“ für den Besuch erwerben. $10 werden fällig, gültig für ein Jahr, das wir
natürlich nicht ausnutzen können.
Cape Flattery erreichen wir auf einer kurzen Wanderung. Vorgelagert auf Tatoosh Island wieder
einmal ein Leuchtturm. Freies Ăśbernachten ist verboten, also checken wir fĂĽr die Nacht auf dem
Hobuck Beach Campground ein. Dieser liegt direkt an einem langen Sandstrand, auf dem sich
unzählige „Sanddollars“ finden lassen.





Immer entlang der „Strait of Juan de Fuca“ mit schönen Ausblicken auf Vancouver Island, Kanada
fahren wir Richtung Port Angeles. Am Lyre River finden wir einen schönen Übernachtungsplatz auf
einem (kostenlosen) kleinen Campground. Leider fängt es an zu regnen, der Regen hält auch nahezu
die ganze Nacht und den folgenden Morgen an.




Auch am Lake Crescent ist es noch sehr stark bewölkt. Schade, bei gutem Wetter könnte die
Landschaft hier sehr attraktiv aussehen.



„Take the Magical Misty Tour – the Olympic Peninsula Waterfall Trail“ fordert eine kleine
Broschüre auf. Wir fahren nicht alle Wasserfälle auf der Halbinsel an, aber einige der schönsten.
Nach den Marymere Falls in der Nähe des Lake Crescent – auf der Wanderung wieder schöner
Regenwald, allerdings sind hier die Bäume deutlich kleiner als im Hoh Rain Forest - stehen die
Madison Falls am Elwha River auf dem Programm. Einen dritten, den wir besuchen wollen, die Hamma
Hamma Falls, finden wir leider nicht; der Fluss gleichen Namens ist aber auch ganz hĂĽsch. Entlang
der Strecke haben wir immer wieder Gelegenheit, Schwarzwedelhirsche und Roosevelt-Hirsche aus
nächster Nähe zu sehen.







Am nächsten Tag ist das Wetter Gottseidank wieder besser. Über Port Angeles steuern wir den
dritten Bereich des Nationalparks an; eine Höhenstraße führt uns in die Gebirgslandschaft zur
„Hurricane Ridge“. Hier oben ist alles noch tief verschneit, aber schon etwas weiter unten blühen
die „Avalanche Lilies“. Schwarzwedelhirsche äsen direkt neben der Straße, aber der absolute Clou
ist ein heftig balzender „Sooty Grouse“ – er „zeigt“ sich dabei von seiner besten Seite. Ist er
nicht schön!?!






Der National Forest Campground „Heart of the Hills“ liegt deutlich tiefer, und so blüht hier
bereits sehr viel. Obwohl schon oft von uns fotografiert, können wir es nicht lassen, die schönen
„Trilliums“ und den stinkenden „Yellow Skunk Cabbage“ abzulichten. Die „Bleeding Hearts“ und die
„Fairybells“gefallen uns ebenfalls sehr gut, wohingegen der Schachtelhalm ja schon ein wenig
eklig aussieht. Selbst Orchideen (wenn auch winzig klein) kann man finden. Apropos Fotografieren.
Seit längerem macht eins unserer Objektive Probleme, man benötigt mehrere Versuche, um ein Foto
machen zu können. Und nun tut sich hier gar nichts mehr, so dass ein wichtiger Brennweitenbereich
ausfällt. Da muss Ersatz her!







Eigentlich gehen wir davon aus, dass der Objektivkauf in einer Stadt wie Port Angeles kein Problem
darstellen sollte. Aber man glaubt es nicht, es gibt kein Kamerageschäft! In Sequim, das ist der
nächste Ort, hat ein „Drugstore“ tatsächlich Kameras, das von uns gesuchte Objektiv ist nur
gebraucht vorhanden und soll mehr kosten als ein neues. Nein danke! Dann werden wir es lieber
weiter versuchen. Um es vorwegzunehmen: Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist es nach
unserer Erfahrung nicht möglich, mal eben einfach so ein Objektiv zu kaufen – wir probieren es
u.a. in Olympia (immerhin die Hauptstadt des Bundesstaates Washingtons), in Vancouver (nicht das
in Kanada), in Portland – erfolglos! Anscheinend kaufen Amerikaner alle online, was für uns ohne
Adresse etwas schwierig ist.

Doch jetzt wieder zur Reiseroute! Eigentlich hatten wir geplant, von hier aus in die nördlichen
Kaskaden zu fahren. Aber in diesem Bereich ist alles noch tief verschneit; die StraĂźe ist zwar
frei, aber ansonsten kann man nichts machen. Und so ändern wir (wieder einmal) unsere Pläne
(das ist das Schöne, wenn man so wie wir unterwegs ist!). Entlang des Hood-Kanals machen wir uns
auf Richtung Mount St. Helens National Volcanic Monument. Vom Kanal selbst sehen wir nicht viel,
auch der Mt. Rainier ist in der Ferne nur undeutlich zu erkennen. DafĂĽr gibt es entlang der
Strecke schöne Iris.
Aus dem Internet wissen wir, dass die Ostseite leider aufgrund der Schneemengen noch nicht
zugänglich ist. Schade – dann bleibt nur die Westseite. BLM oder National Forest Land gibt es
hier nicht, eine gute Ăśbernachtungsadresse ist der (allerdings leider weit vom Mount St. Helens
entfernte) Seaquest Statepark. Die Stellplätze sind groß und schön angelegt. Im Visitor Center,
das direkt auf der anderen StraĂźenseite liegt, kann man sich einen eindrucksvollen Film zum
Ausbruch des Vulkans anschauen – und schon einmal einen ersten Blick auf den Berg genießen. Abends
gibt es jetzt auch wieder einmal ein Lagerfeuer, da die Temperaturen so angenehm sind, dass man
gerne drauĂźen sitzt.





Wir haben mal wieder Glück mit dem Wetter. Zunächst ist es noch etwas diesig, aber die Sicht wird
immer klarer, so dass die Fahrt zum Mount St Helens sich absolut lohnt. Ganz bis zum Ende
(Johnson Ridge) darf man auch hier noch nicht fahren, aber immerhin ist es möglich, bis zum
Coldwater Lake zu gelangen. Auf kurzen Wanderungen kann man gut beobachten, dass die Natur dabei
ist sich zu erholen. Das Ausmaß der Zerstörungen ist aber immer noch gut zu erkennen. Wir
entdecken eine kleine Schlange, die Northwestern Garter Snake.






Die Strecke zur Johnson Ridge soll am nächsten Tag geöffnet werden, dort soll ein großes „Event“
aus Anlass des 30. Jahrestages (die katastrophale Explosion des Vulkans ereignete sich
am 18. Mai 1980) stattfinden. Auf Events mit Menschenmassen haben wir keine Lust, so dass wir
nicht noch einmal die lange Anfahrt in Angriff nehmen.

Auf unserer Fahrt nach Idaho spielt das Wetter etwas verrĂĽckt, warm war es die letzten Tage auch
schon (bis 23 Grad), aber plötzlich sind es 33! Die hochgepriesene Schlucht des Columbia River
ist ja ganz hĂĽbsch anzuschauen, leider fehlen die Burgen, mit anderen Worten: So etwas kennen wir
in Europa auch, dafĂĽr muss man nicht in die USA reisen. Allerdings gibt es anders als bei uns
zahlreiche Fischadler. Bei Boardman verlässt die Interstate den Columbia River und führt ein
kurzes Stück durch Oregon nach Idaho hinein. In einem National Forest finden wir einen schönen
freien Stellplatz, auch hier blĂĽht sehr viel.




Auf unserer neueren Seite findet Ihr einen weiteren Bericht zu diesem Bundesstaat:
Oregon und Washington

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