Ein Jahr Nordamerika  mit dem eigenen Expeditionsmobil - auch abseits der üblichen Touristenpfade durch Kanada und die USA

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USA: „Grenzbereich“ Arizona – Utah

(© CPL – 29. März 2010)


So gut es uns in New Mexico auch gefallen hat – irgendwann zieht es uns dann doch weiter. Die
Wetterprognosen sind so, dass wir einige der Ziele, die im Herbst/Winter aufgrund der Wetterlage
nicht mehr gepasst haben, nun ansteuern wollen.

Auf dem Weg nach Page legen wir aber zunächst noch einmal einen Zwischenstop im Valley of the Gods
ein (siehe Reisebericht Utah Teil 2). Hier hat es uns damals sehr gut gefallen, auĂźerdem bietet
das Gebiet wunderschöne freie Stellplätze (was in den umliegenden Indianerreservaten nicht möglich
wäre). Im Moment ist von Frühling noch nichts zu spüren, es ist kühl.




Am nächsten Morgen führt uns der Weg noch einmal am Monument Valley vorbei.




Eine gute Ăśbernachtungsadresse bei Page ist der Lake Powell. Am Lone Rock darf man direkt am
Strand campen. FĂĽr die Wasersportfanatiker ist es wohl noch zu kĂĽhl, es herrscht nicht viel
Betrieb, die Sanitärstation ist noch geschlossen, so dass auch nur $ 4 fällig werden. In der
Hochsaison dĂĽrfte es hier allerdings anders aussehen.



Ein absolutes Muss bei Page ist der Antelope Canyon. Eigentlich handelt es sich um zwei Slot
Canyons, die bekannt sind für ihre wunderschönen Formen und Farben (Informationen zu Slot Canyons:
siehe Bericht Kalifornien 3; hier sehen wir jetzt auch eine Gedenktafel fĂĽr einige der Ertrunkenen).
Wir haben ursprĂĽnglich vor, beide zu besuchen, wollen aber auf jeden Fall den Upper Canyon zuerst
besuchen, da man hier nicht alleine anfahren darf, sondern von einem Guide hingebracht wird – und
sich damit natĂĽrlich in einer Gruppe befindet. AuĂźerdem ist hier der Aufenthalt aufgrund des
Andrangs auf maximal eine Stunde begrenzt. Wir erhoffen uns am frĂĽhen Morgen kleinere
Menschenmengen und wollen anschlieĂźend mehr Zeit im Lower Canyon verbringen, fĂĽr den es bisher
kein Zeitlimit gab. Aber als wir ankommen, ist das Tor noch geschlossen, nur organisierte Touren
aus Page dĂĽrfen schon hinein. So geht es direkt zum engeren Lower Canyon. Hier haben sich
anscheinend die Bedingungen gegenüber unseren Informationen auch geändert. Alleine darf man nur
noch mit „Photopass“ gehen – hierfür muss man auf jeden Fall ein Stativ dabeihaben, ansonsten geht
es nur mit Guide. Ein – allerdings großzügiges – Zeitlimit von vier Stunden existiert hier nun
auch. Der Lower Canyon ist schwieriger zu erkunden als der Upper Canyon, da er deutlich enger ist.
Ein- und Ausstieg ist nur über steile und schmale Metallstufen möglich. Insgesamt besuchen deshalb
deutlich weniger Menschen diesen Teil des Canyons. Wir verbringen einige Stunden in diesem Canyon
und sind total begeistert.






Direkt bei Page liegt der Horseshoe Bend, von einem Aussichtsbereich hoch ĂĽber dem Fluss hat man
sehr gute Ausblicke auf einen Mäander des Colorado.



Bei gutem Wetter fĂĽhrt uns der Weg Richtung Kanab. Am Big Water Visitor Center erfahren wir, dass
wir nicht nach Kanab müssen, um ein „Permit“ für „The Wave“ zu erhalten, sondern dies in der viel
günstiger gelegenen Paria Contact Station versuchen können. Wunderbar, das spart viel unnötige
Hin- und Herfahrerei! So bleibt auf jeden Fall Zeit, die Toadstools im Grand Staircase-Escalante
National Monument zu erwandern. Toadstools sind im Prinzip auch Hoodoos (Beispiele fĂĽr Hoodoos
siehe Bericht New Mexico 2)
. Hoodoos sind Felsformationen, die durch Erosion entstehen. Hoodoos,
die eine Kappe haben, werden oft „mushrooms“ oder eben „toadstools“ genannt.





Nun aber zur Paria Contact Station, um uns nach den Bedingungen/Chancen fĂĽr das gewĂĽnschte Permit
zu erkundigen. The Wave befindet sich im Bereich der Paria Canyon – Vermilion Cliffs Wilderness,
und zwar im Gebiet der Coyote Buttes North. Es gibt außerdem die Coyote Buttes South, die ähnlich
attraktiv wie der Nordteil sind (nur gibt es dort keine Wave). Der Zugang fĂĽr beide Bereiche ist
auf jeweils 20 Personen pro Tag beschränkt – 10 Permits werden über das Internet vergeben, 10 am
Morgen des Vortages um 9 Uhr in der Contact Station ausgelost. So waren unsere Informationen. FĂĽr
den Nordteil stimmt das auch noch (am heutigen Tag waren es 48 Interessenten für die 10 „Plätze“!),
aber der Ranger sagt, er könne uns für den folgenden Tag das Permit für die Coyote Buttes South
sofort ausstellen. Hier ist es anscheinend jetzt möglich, ohne Verlosung am Vortag die Erlaubnis
zu bekommen, wenn denn noch „Plätze“ frei sind. Wir greifen sofort zu, zahlen unsere Gebühr
(2 x $ 5), erhalten die Berechtigung und gutes Informationsmaterial zur Anfahrt. Ăśber die House
Rock Valley Road holpern wir zunächst einmal 32 km bis zum Abzweig. Schon jetzt ist die Landschaft
beeindruckend. Die Piste ist jetzt trocken, vermittelt uns aber einen guten Eindruck davon, dass
sie sicherlich „impassable when wet“ ist.



Die letzten vier Kilometer nach dem Abzweig fĂĽhren dann teilweise durch tiefen Sand, weshalb die
Piste auch nur fĂĽr Allradfahrzeuge zugelassen ist. Der Sand ist fĂĽr uns kein Problem, allerdings
stehen die Bäume teilweise ein wenig zu eng, so dass wir uns die hintere Kabinen-Begrenzungsleuchte
abreißen. Mit Blick auf schöne Felsformationen des heute für uns noch „verbotenen“ Gebietes
ĂĽbernachten wir.




Am nächsten Morgen machen wir uns bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt auf den Weg.
Wanderwege, wie wir sie kennen, gibt es nicht, man sucht sich selbst seinen Weg. Wir wandern durch
eine tolle Landschaft mit wunderschönen „Buttes“ mit teilweise farbigen Streifen, wellenähnlichen
Mustern, filigrane Strukturen – wir sind froh, dass wir hierher gekommen sind.








Heute übernachten wir nicht an diesem schönen Platz, sondern fahren ein ganzes Stück zurück
(denn morgen frĂĽh wollen wir in der Paria Contact Station sein). Entlang der House Rock Valley
Road darf man frei übernachten, da es sich um BLM-Land handelt. Es ist schön warm, so dass wir
noch lange drauĂźen sitzen.



An der Paria Contact Station füllen wir am nächsten Morgen unseren Antrag aus. Die Chancen stehen
gar nicht so schlecht, 23 Personen sind es insgesamt. Und – kaum zu glauben – wir werden als
zweites Los gezogen. Wir dĂĽrfen zur Wave! Wir zahlen unseren Obulus (2 x $ 7), erhalten sehr
ausführliches Informationsmaterial „Finding the Wave“ mit GPS-Koordinaten sowie Fotos mit
eingezeichneter Route. Einziger Wermutstropfen: In der Nacht und morgen besteht die Möglichkeit,
dass es regnet. Und Regen könnte bedeuten, dass die Piste dann nicht mehr passierbar ist. Also
machen wir uns jetzt schon auf den Weg und ĂĽbernachten direkt am Trailhead, damit auch wirklich
nichts mehr schief gehen kann.

Wir haben Glück! Nachts regnet es nicht, die Wolken verflüchtigen sich am frühen Morgen – ideales
Wanderwetter. 5 km geht es durch teilweise tiefen Sand, Gottseidank aber oft auch ĂĽber Felsen,
auf und ab geht es durch eine sehenswerte Landschaft – dann ist die Wave erreicht. Wir sind
restlos begeistert – die Wave ist noch beeindruckender als wir sie uns vorgestellt haben. Auch im
Umfeld gibt es einiges zu entdecken: Felsen, die an Gehirne erinnern, andere schöne
Felsformationen.
Und im Moment sind wir noch absolut alleine, es dauert gut zwei Stunden, bis
weitere Wanderer eintreffen.










Eigentlich wollten wir auch noch zu den Wahweap Hoodoos im Grand Staircase-Escalante National
Monument, aber dies hätte noch eine lange Wanderung (7 km one way durch tiefen Sand) bedeutet. Da
hat speziell Peter im Moment keine Lust drauf – müssen wir also irgendwann noch einmal
wiederkommen! Es soll nun endlich in wärmere Gebiete mit stabiler Wetterlage und vor allen Dingen
FrĂĽhjahrsblĂĽte gehen. Der gĂĽnstigste Weg dorthin fĂĽhrt uns durch den Zion Nationalpark. Hier ist
ganz schön was los, trotzdem ist die Landschaft beeindruckend.



FĂĽr einen neueren Bericht zum Grenzbereich Arizona-Utah mit Valley of the Gods, Antelope Canyon
und Coyote Buttes könnt Ihr auf unserer eu-Seite nachschauen: Grenzbereich Utah - Arizona

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