Ein Jahr Nordamerika  mit dem eigenen Expeditionsmobil - auch abseits der üblichen Touristenpfade durch Kanada und die USA

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USA: Texas

(© CPL - 02. MÀrz 2010)


Schon auf der Anfahrt zum Big Bend Nationalpark fÀllt uns auf, dass fast ganz Texas eingezÀunt ist,
d.h. sich in Privatbesitz befindet. Bezeichnenderweise gibt es weder BLM-Land noch National Forests.
Übernachten ist - abgesehen von einer Ausnahme, auf die wir spĂ€ter noch eingehen werden - also nur
möglich in Nationalparks, State Parks, National Recreation Areas oder anderen (privaten) Campgrounds.

Nach einer ruhigen Nacht im BC Ranch RV Park in Alpine (mit WIFI) steuern wir fĂŒr die ersten drei
NĂ€chte im Big Bend Nationalpark als erstes den Cottonwood Campground im SĂŒdwesten an. Es ist
erstaunlich wenig los.



Von hier aus unternehmen wir diverse AusflĂŒge mit dem Fahrzeug, zu Fuß und auch mit dem Fahrrad.
Wir wandern in den Santa Elena Canyon, fahren eine große Runde ĂŒber die Old Maverick Road, eine
dirt road, die nach RegenfĂ€llen Schwierigkeiten bereiten dĂŒrfte, und kehren ĂŒber den Ross Maxwell
Scenic Drive zum Campground zurĂŒck. Die Landschaft ist sehr beeindruckend. Mit den Bikes fahren wir
ein gutes StĂŒck der River Road West; der Name tĂ€uscht allerdings, denn so richtig an den Fluss
heran kommt man nicht. Trotzdem ist die Strecke interessant, wir sehen auch die erste blĂŒhende Yucca.






Die Zeit auf dem Campground eignet sich gut zur Tierbeobachtung. Da nicht viele Menschen hier sind,
suchen zahlreiche Tiere den Campground zur Futtersuche auf: immer wieder sehen wir Koyoten,
zahlreiche Vögel, u.a. WeißflĂŒgeltauben, den Golden-fronted Woodpecker, eine Spechtart. Aber
besonders faszinieren uns die Javelinas. Auch wenn es auf den ersten Blick so aussieht handelt es
sich nicht um Wildschweine. Es sind Halsbandpekaris, die nicht mit den Schweinen verwandt sind. Sie
sind auch deutlich kleiner. Normalerweise sind sie in Gruppen von 10 – 25 Tieren unterwegs.





Als nĂ€chstes fahren wir zu den Park Headquarters in Panther Junction. Hier besorgen wir uns fĂŒr die
nĂ€chsten sieben NĂ€chte ein Permit zum Backcountry Camping. Dieses Permit kann man sich fĂŒr maximal
14 NĂ€chte ausstellen lassen, es kostet einmalig $ 10. Aus einer Liste muss man sich die jeweils
gewĂŒnschten „primitive sites“ aussuchen, diese werden dann fĂŒr die entsprechende(n) Nacht/NĂ€chte
reserviert, so dass man sicher sein kann, dort auch alleine zu sein. Es gibt keinerlei Ausstattung,
aber immer eine ebene FlÀche in schöner Umgebung. Teilweise sind die PlÀtze allerdings nur mit
Allradfahrzeugen zu erreichen.

Die ersten beiden NĂ€chte verbringen wir an der Grapevine Hills Road. Von hier aus sind die Chisos
Mountains gut zu erreichen (Tipp: An der Lodge gibt es das einzige WIFI im gesamten Park!). Wir
unternehmen eine kurze Wanderung zum Windows Overlook.




In den Grapevine Hills ist die Wanderung zum Big Balanced Rock ein Muss.
Sie fĂŒhrt durch einen Wash in eine fantastische Felslandschaft.




Im SĂŒdosten des Parks liegt das Rio Grande Village. Hier nutzen wir die Gelegenheit, mal wieder
WĂ€sche zu waschen. Auf dem Campground ist deutlich mehr Betrieb, der (scheußliche und teure)
Trailerpark scheint sogar voll belegt zu sein. Wie gut, dass wir hier nicht unterkommen mĂŒssen,
sondern fĂŒr drei NĂ€chte La Clocha 1 direkt am Rio Grande reserviert haben. Im Visitor Center des
Rio Grande Village lassen wir uns zusĂ€tzlich eine (kostenlose) Angelgenehmigung fĂŒr den Fluss
ausstellen, leider bringen unsere Angelversuche aber nicht den gewĂŒnschten Erfolg. Im Umfeld
unseres Platzes entdecken wir blĂŒhende Pflanzen und sogar blĂŒhende Kakteen.








Auf der kurzen Wanderung in den Boquillas Canyon werden wir schon von weitem vom mexikanischen
Ufer aus von „Singing Viktor“ begrĂŒĂŸt. GeschĂ€ftstĂŒchtig hat er auf dem amerikanischen Ufer eine
„Donation Box“ aufgestellt. Überall gibt es kleine „VerkaufsstĂ€nde“ mit handgefertigten Souvenirs,
die regelmĂ€ĂŸig von Mexikanern neu bestĂŒckt werden. Will man etwas kaufen wirft man das Geld in eine
kleine Plastikbox (man wird allerdings im Park darauf hingewiesen, dass dies nicht legal ist).
Angeblich soll der Erlös zur UnterstĂŒtzung der Schule in Boquilla verwendet werden. Wer‘s glaubt 
!



Im nordöstlichen Teil ist uns von unserem letzten Besuch her die Dagger Flat Road wegen der
blĂŒhenden Yuccas in Erinnerung. Diesmal blĂŒht leider noch nichts, trotzdem sind die dichten
waldÀhnlichen YuccabestÀnde eindrucksvoll.



An unserem letzten Übernachtungsplatz im Park kurz vor der Parkgrenze gibt es viele schöne
Kakteen, viele haben schon Knospen und scheinen kurz vor der BlĂŒte zu stehen.





Auf der Weiterfahrt in den sĂŒdwestlichen Zipfel von Texas fĂ€llt uns zunĂ€chst die gesteigerte
PrÀsenz der Border Patrol auf: mehrere Inspection Stations sowie zahlreiche motorisierte
Patrouillen deuten darauf hin, dass illegale Einwanderung und/oder Drogen bzw. Schmuggel hier ein
großes Problem darstellen. Entlang des Rio Grande Valley, das hier auch die Grenze zu Mexiko bildet,
erreichen wir zunÀchst South Padre Island. Die erste HÀlfte der Insel ist leider völlig zugebaut,
im zweiten Teil kann man zwar frei am Strand ĂŒbernachten, allerdings ist uns hier zu viel
Ausflugs-/Angelbetrieb. Schön finden wir allerdings die vielen blĂŒhenden Pflanzen entlang
des Strandes.





Wir „entfliehen“ deshalb in den Adolph Thomae jr. County Park, um von hier aus das Laguna Atascosa
National Wildlife Refuge, ein Überwinterungsgebiet fĂŒr Vögel, zu erkunden. Bereits auf dem
Campground gibt es viele Vögel zu beobachten. Dies gilt auch fĂŒr das Reservat, wenngleich wir auch
nicht annÀhernd die Mengen an Vögeln zu sehen bekommen wie im Bosque del Apache Refuge (siehe Reisebericht New Mexico 1).
Außerdem blĂŒhen hier bereits zahlreiche Yuccas.









Nun zu der bereits eingangs erwĂ€hnten Ausnahme, was das freie Übernachten betrifft. Auf North Padre
Island gibt es den Padre Island National Seashore. Hier kann man direkt am Strand bis zu 14 NĂ€chte
stehen, erforderlich ist lediglich eine kostenlose Registrierung. Gut ist, dass zum Befahren des
langen Strandes nur „street legal“ Fahrzeuge zugelassen sind, also keine Quads und dergleichen. Der
Strand ist ungefÀhr 60 Meilen lang, ab Meile 5 sind nur noch 4-wheel-drive Fahrzeuge zugelassen.
Hier kommen natĂŒrlich weniger Menschen hin, so ist auch die Menge an herumliegenden Muscheln viel
grĂ¶ĂŸer als zu Beginn des Strandes.





In Corpus Christi liegt der FlugzeugtrÀger Lexington, der 1942 in Dienst gestellt und bis 1991
genutzt wurde. Der TrÀger nahm an den entscheidenden Schlachten des 2. Weltkriegs im Pazifik teil,
an seinen Aufbauten ist die Stelle markiert, an der er von einem Kamikaze-Flieger getroffen wurde.
Heute ist er als Museum fĂŒr die Öffentlichkeit zugĂ€nglich.





Letztes Ziel in Texas ist das Aransas National Wildlife Refuge. Dieses ist bekannt vor allem, weil
sich hier das einzige Überwinterungsgebiet in Amerika fĂŒr die bedrohten „Whooping Cranes“ befindet.
Von Land her sind nicht so viele Vögel zu sehen, wie wir uns eigentlich erhofft hatten. DafĂŒr
entdecken wir aber Neunbinden-GĂŒrteltiere, ein echtes Wildschwein, zahlreiche Hirsche, WaschbĂ€ren,
in den TĂŒmpeln Alligatoren, Schmuckschildkröten.







Auf einer Bootstour sind die Chancen fĂŒr Vogelbeobachtungen sehr viel grĂ¶ĂŸer. Bei unserer Tour auf
der Skimmer bekommen wir dann neben vielen anderen Vögeln endlich auch die Schreikraniche
(Whooping Cranes) vors Objektiv.

(Weitere Bilder aus diesem Gebiet in der Diashow Important Bird Areas Teil 2)







Nach einem weiteren Aufenthalt am Strand von North Padre Island machen wir uns auf den Weg zurĂŒck
nach New Mexico. Die Wetterprognosen lassen erwarten, dass auch hier bald
der FrĂŒhling einkehren wird.

FĂŒr einen neueren Bericht zu Texas könnt Ihr auf unserer eu-Seite nachschauen: Texas

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