Ein Jahr Nordamerika  mit dem eigenen Expeditionsmobil - auch abseits der üblichen Touristenpfade durch Kanada und die USA

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USA: Kalifornien (Teil 3)

(© CPL - 6. Januar 2010)

Für einen neueren Bericht könnt Ihr auf unserer eu-Seite nachschauen: Südliches Kalifornien 2013

Nachdem wir in Yuma (Arizona) wieder einmal unsere Vorräte ergänzt haben, geht es noch einmal zurück
nach Kalifornien. Die Agrarkontrolle an der „Grenze“ interessiert sich hauptsächlich für unser Fahrzeug.
Eine kurze Frage nach lebenden Pflanzen – das wars! Dies gilt auch für die wiederholt auftauchenden
Checkpoints der „Border Patrol“. Fast alle Straßen, die von der mexikanischen Grenze nach
Norden führen, haben solche Kontrollstellen, und auch die kleinsten Wege im Hinterland werden regelmäßig
(bei Tag und Nacht) vom Boden und aus der Luft kontrolliert.

Auf dem Weg zum Salton Sea fahren wir durch das Gebiet der Algodones-DĂĽnen. Die DĂĽnen sind eigentlich
sehr schön, aber durch die hier eingerichtete OHV-Area (Off Highway Vehicle) teilweise stark
verunstaltet. Dies gilt übrigens auch für eine Reihe anderer ähnlicher Gebiete (sogenannte State
Vehicular Recreation Areas) in SĂĽd-Kalifornien. Aber so ist es hier nun einmal. Bei genĂĽgend vorhandenem
Land räumt man auch den Motorsport-Enthusiasten die Gelegenheit ein, sich off road auszutoben.



Ăśber Brawley geht es zum Salton Sea. Am Wege liegt der Ramer Lake, der zur Imperial State Wildlife Area
gehört. Hier lohnt es sich auf jeden Fall, den Loop um den See zu befahren, da zahlreiche Wasservögel
zu sehen sind.

Von hier aus geht es dann zum Sonny Bono Salton Sea National Wildlife Refuge. Die umgebende Landschaft
ist absolut uninteressant bzw. teilweise sogar abstoĂźend durch die intensive industrielle
Nutztierhaltung mit allem was dazu gehört.



Aber die Menge an (überwinternden) Vögeln ist überwältigend: zahllose Schneegänse, Ross Gänse, Pelikane,
Reiher, Kraniche, Brachvögel, Möwen, Kormorane, verschiedene Entenarten, Stelzenläufer, Säbelschnäbler,
Buntfalken, Kornweihen, Truthahngeier – um nur die häufigsten zu nennen. Die besten
Beobachtungsmöglichkeiten ergeben sich dabei ganz im Süden an der Unit 1 (Ende Vendel Road),
im Gebiet um das Visitor Center (Rock Hill Trail) sowie im Bereich der Red Hill Marina County
Recreation Area. Auf dem (etwas heruntergekommenen) Campground haben wir preiswert und – da wir
eine „dry site“ genommen haben – auch ganz alleine übernachtet.







Wir beschließen, am nächsten Tag eine ausgiebige Wanderung im Gebiet zu unternehmen. Aber in der Nacht
kommt dann der große Regen und hält auch den ganzen folgenden Tag an. Selbst gut ausgebaute
Agrarwege/-straĂźen sind innerhalb kĂĽrzester Zeit unpassierbar. Auf unseren (versuchten) Wanderungen
klebt der Schlamm derartig an den Schuhen/Gummistiefeln, dass es einem fast das Schuhwerk auszieht.
An ein Vorwärtskommen ist kaum zu denken. Das Gleiche gilt natürlich auch für die Reifen unseres
Fahrzeuges. Selbst mit Allrad ist der MAN kaum noch lenkbar. Etwas Vergleichbares haben wir in Europa
noch nicht erlebt (selbst der berĂĽhmte rote Schlamm Kretas verblasst dagegen!!!). Wir sind froh, als
wir den Campground wieder erreichen.

Die Wege sind so aufgeweicht, dass sich auch in den nächsten Tagen die Situation nicht grundlegend
ändern wird. Da Regen für Wüstengebiete ein eher ungewöhnliches Ereignis ist, und die Vegetation dort
nach Regenfällen grünt und teilweise auch blüht, ist ein Ortswechsel in die Wüste angesagt, nämlich in
den Anza Borrego Desert State Park. Hier gefällt es uns so gut, dass wir zwei Wochen bleiben.

Im State Park findet sich alles, was wir für einen längeren Aufenthalt brauchen: zahlreiche schöne
freie Stellplätze, gute Versorgungsmöglichkeiten in Borrego Springs (kleiner, aber gut sortierter und
sogar gar nicht so teurer Supermarkt), Internet (WIFI) an der Library und an der Chamber of
Commerce (selbst an Wochenenden und Feiertagen ist der Router nicht abgeschaltet!), schöne Wanderungen,
schöne Landschaft und vor allem viele Tiere!

Im Blair Valley beispielsweise haben wir die Möglichkeit, Koyoten nah an unserem Fahrzeug zu beobachten.
Die Rundfahrt durch das Blair Valley und das Little Blair Valley ist darĂĽber hinaus auch wegen der
Landschaft ausgesprochen lohnend, erfordert allerdings je nach Wetterlage auch ein geländegängiges Fahrzeug.





Einer der Höhepunkte in der Nähe des Visitor Centers ist eine Wanderung in den Palm Canyon. Die
Palmenoase am Ende des Trails ist recht eindrucksvoll, jedoch lohnt sich die Wanderung vor allem
deshalb, weil hier die Chance besteht, Bighorn Sheep zu sehen. Wir haben GlĂĽck und beobachten aus
nächster Nähe eine ganze Herde. Der Leithammel macht sogar vor einem Barrel Cactus nicht Halt! Mehr
Bilder hierzu in unserer Diashow "Die WĂĽste lebt"!






AuĂźerdem gibt es hier, wie auch am Visitor Center, die Gelegenheit, Kolibris zu sehen. Sie werden
magisch von den roten BlĂĽten der Ocotillos und Chuparosas angezogen.




Hier treffen wir die begeisterten Naturliebhaber und -fotografen Alexandra und Steffen
(Homepage) wieder, die uns bereits in Alaska begegnet sind. Die Beiden sind seit Anfang
2008 mit ihrem Landy auf groĂźer Reise: Neuseeland, Australien, USA, weiter geht es nach SĂĽdamerika.
Ăśber ihre Erlebnisse berichten sie auf ihrer Homepage: Link.

Hier in Borrego Springs lernen wir auch Sabine und Theo kennen. Auch sie sind bereits
seit 2008 mit ihrem Womo unterwegs.Homepage

Nördlich und relativ nah bei Borrego Springs liegt der Coyote Canyon. Hier haben wir mehrfach im
Bereich des Desert Garden ĂĽbernachtet. Als wir das erste Mal hinkommen, blĂĽhen im Desert Garden einige
Ocotillos, da es aber nochmals leicht regnet, sind sie Tage später komplett grün.




Neben dem Palm Canyon ebenfalls interessant ist der „The Slot“ genannte Canyon. Slot Canyons sind
„Schlitzschluchten“, die die Naturgewalten (Wasser) tief in das (weiche) Gestein gegraben haben.
Sie sind an ihren engsten Stellen teilweise noch nicht einmal schulterbreit. Man sollte sie nur bei
absolut sicherer Wetterlage betreten, da selbst entfernte Gewitter/Regenfälle zu einer „flash flood“
führen können und somit eine tödliche Bedrohung darstellen. 1997 ertranken im Antelope Canyon mehr als
20 Menschen in einer Flutwelle, die durch ein weit entferntes Gewitter ausgelöst wurde. The Slot ist
nicht ganz so eindrucksvoll wie der Little Wild Horse Canyon oder Peek-a-boo in Utah (siehe Bericht
Utah 2)
– aber ganz nett.



Landschaft eindrucksvoll sind auch die Wind Caves, die ĂĽber eine sandige 4x4 Piste durch den Fish
Creek Wash zu erreichen sind. Allein die Fahrt durch den Wash ist bereits lohnend.





Weihnachten verbringen wir bei mehr als 20 Grad im State Park. Wir fahren noch durch das Gebiet der
sogenannten Badlands, ungewöhnlich erodierte Landschaftsformen, bevor wir dann den Anza Borrego Desert
State Park endgĂĽltig verlassen.



Durch den Box Canyon (steht in keinem unserer ReisefĂĽhrer, aber landschaftlich sehr interessant,
weil ebenfalls Badlands) geht es in den Joshua Tree Nationalpark.



„It’s a very busy week“ sagt die Rangerin am Eingang zum Park. Und so ist es dann auch! Zwischen
Weihnachten und Neujahr ist hier Hochbetrieb. Wir finden noch einen einigermaĂźen brauchbaren Stellplatz
auf dem Campground White Tank, kĂĽrzen aber trotzdem unseren Besuch ab, obwohl man zugeben muss, dass
die Landschaft mit ihren ungewöhnlichen Felsformationen– speziell im Morgen- oder Abendlicht – sehr
eindrucksvoll ist. Auch sind die Joshua Trees hier höher als sonst wo. Beeindruckend ebenfalls der
Cholla Cactus Garden.








Über 29 Palms, wo wir entgegen unserer Erwartung nichts einkaufen können, da der einzige kleine
Supermarkt an Silvester geschlossen ist, geht es am Amboy Krater und dem Bristol Dry Lake vorbei ein
zweites Mal in die Mojave National Preserve (siehe hierzu auch Bericht Kalifornien 2).



Wir verbringen einige schöne Tage im Bereich der Cinder Cones (vulkanische Aschekegel), fahren noch
einmal zu den schönen Kakteenhängen im „Hole in the Wall“-Gebiet. Unterwegs leuchten plötzlich die
Generator-Warnleuchte und kurz darauf die Stoppleuchte auf. Der Keilriemen ist gerissen und muss ersetzt
werden. Gottseidank haben wir einen Ersatzriemen dabei. Aber so einfach gestaltet sich die Arbeit nicht,
denn um den Riemen auf die Scheiben zu bringen, muss der ViscolĂĽfter ausgebaut werden, was allerdings
in der Original-MAN-Anleitung nicht erwähnt wird. Aber nach zwei Stunden ist der Große Wagen wieder
fahrbereit. Allerdings haben wir jetzt keinen Ersatz mehr, woraus zu lernen ist, die wichtigsten
VerschleiĂźteile in mindestens doppelter StĂĽckzahl mitzunehmen.






NatĂĽrlich lassen wir auch den ausgedehnten Joshua-Tree-Wald im Bereich des Cima Dome nicht aus.
Jetzt ist sogar noch weniger Betrieb als im November – welcher Gegensatz zum Joshua Tree NP.


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